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TarockTrotz Fernsehen, Computer und „Games“ – oder gerade deswegen – boomen wieder Kartenspiele. Ich selbst kann so ziemlich alle wichtigen Kartenspiele – richtig Spaß machen allerdings nur zwei: Bridge und Tarock! Einige Jahre habe ich Turnierbridge gespielt, zuletzt mit meiner Frau Brigitte als Partnerin (die ich übrigens beim Bridge kennen gelernt habe). Jetzt gilt meine Liebe dem Tarock, und zwar den Varianten „Königrufen“ und „Illustriertes Zwanzigerrufen“ (Ungarisches Tarock). Zum Tarock selbst: Es stammt nicht – wie vielfach vermutet – aus Österreich, sondern aus Italien und wird in all seinen Varianten in etlichen Ländern Europas gespielt, aber oft nur in gewissen Landstrichen. In Österreich ist das „Zwanzigerrufen“ die wohl verbreitetste Variante, gefolgt vom „Königrufen“. Nicht unerwähnt sollen auch das „Neunzehnerrufen“ und das Großtarock (wird zu dritt gespielt) bleiben.Das „Königrufen“ ist in unseren Breiten wieder in Mode gekommen. Es bietet viele Spielmöglichkeiten, ist abwechslungsreich, setzt aber ein Erlernen (sowohl beim Lizit, als auch beim Spiel) voraus. Turniere (Wiener Tarock Cup) mit dutzenden Teilnehmern werden vor allem in Wien und in Oberösterreich durchgeführt.Für eingefleischte Tarockierer noch interessanter ist das „Illustrierte Zwanzigerrufen“ – besser bekannt unter „Ungarisches Tarock“. Es ähnelt ein wenig dem Bridge, weil es mehrere Lizitationsrunden geben kann und stellt beim Erreichen idealer Kontrakte sowie im Spiel und Gegenspiel hohe Anforderungen. In Ungarn wird diese Tarock-Variante fast schon professionell gespielt, im Raum Wien wird sie von ein paar Dutzend Tarockierern heiß geliebt. In Österreich gibt es eine Reihe von „Tarock-Kapazunder“ – zwei möchte ich besonders in den Vordergrund stellen:Martin Vacha, beruflich Sänger, Pädagoge und Organisator, ist ein Tarock-Besessener (im besten Sinn des Wortes) und hält Anfänger- und Fortgeschrittenen-Kurse (die meist aus allen Nähten platzen) unter anderem an der VHS Hietzing ab. Dr. Robert Sedlaczek, beruflich Journalist, Herausgeber und Kolumnist (und ebenfalls Tarock-besessen), hat sich in den letzten Jahren große Verdienste um die Verbreitung des „Königrufen“ und des „Ungarischen Tarocks“ gemacht. Er initiierte den „Wiener-Zeitung-Tarockcup“ und schreibt regelmäßig in der Wiener Zeitung Tarock-Kolumnen. Tarock – ein königliches Spiel Literaturtipps:„Die Strategie des Tarockspiels von Wolfgang Mayr und Robert Sedlaczek (Edition Atelier)„Tarock – mein einziges Vergnügen“. Geschichte eines europäischen Kartenspiels von Hans-Joachim Alscher (Verlag Christian Brandstätter)„Das große Tarockbuch“ von Wolfgang Mayr und Robert Sedlaczek (Perlen-Reihe)„Tarock – Ein Wegweiser durch das königliche Spiel“ von Friedrich Flendrovsky„Tarock – Die schönsten Varianten“ von Johannes Bamberger (Perlen-Reihe)„Tarock – Lehrbuch des Königrufens“. Ein Weg zum strategischen Denken von Martin Vacha (Edition Volkshochschule).„Das Grosstarockbuch“ von Kurt Doleysch und Hans Kunz (Edition Habana). LinktippsMartin VachaWiener Zeitung TarockVHS HietzingUngarisches Tarock willy online |